Soziokratie – die bessere Unternehmensführung?
Soziokratie – die bessere Unternehmensführung?

Soziokratie

Zugegeben, der Begriff ist relativ jung und klingt etwas sperrig. Grund genug, zu ergründen, was sich dahinter verbirgt und für wen und welche Unternehmen eine solche Organisationsstruktur und diese Kultur der Entscheidungsfindung gut ist.

Sollte in deiner Firma alles reibungslos funktionieren, perfekt. Dann kannst du dir die Lesezeit für diesen Artikel sparen. Wir treffen uns wieder, wenn es in deinem Unternehmen Herausforderungen oder Probleme gibt und der Leidensdruck groß genug ist, Verbesserungen und Lösungen dafür zu wollen.  Beispielsweise Lösungen für diese Themen:

  • Identifikation mit dem Unternehmen
  • Umsatzsteigerung
  • Mitverantwortung für den Erfolg
  • Kommunikation optimieren
  • Führungskräfte entlasten
  • Fluktuation senken
  • Als Arbeitgeber attraktiver sein
  • Unternehmensnachfolge regeln
  • Wachstum ermöglichen
  • Prozesssteuerung
  • Entscheidungstransparenz erhöhen
  • Potentiale fördern

Oder, wenn du als Chef und Chefin ganz einfach mehr Energie für strategische Dinge oder einfach für dich haben möchtest und den Erfolg nicht an Einzelpersonen koppeln willst.

30.6.2022
Gratis Webinar "Soziokratie kurz vorgestellt für KMU. Über die faszinierende Wirkung der soziokratischen Kreisorganisationsmethode im Unternehmen"

Ort: online im Zoom-Raum

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8./9.9.2022
Soziokratie Einstieg für Führungskräfte

Wirkungsvoll delegieren, ohne autoritär zu sein
Wecke die Eigenverantwortung deiner Mitarbeitenden
Ort: Hotel Schwärzler, Bregenz (A)

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Was ist Soziokratie?

Während Demokratie durch Wahlen, Abstimmungen und Mehrheitsentscheidungen charakterisiert ist, ist das bestimmende Element der Soziokratie – die genauso Demokratie ist – der gemeinsame Meinungsaustausch und Entscheidung derjenigen Menschen, die von der Sache betroffen sind, ohne Einzelne zu übergehen.

Schaut man sich das Wort genauer an steckt im Lateinischen „Sozietas“ der Zusammenschluss von Menschen, im Adjektiv „socius“ verbunden und im Altgriechischen „-kratie“ das Regieren. Im übertragenen Sinne bedeutet das, dort, wo Menschen betroffen sind, entscheiden sie auch gemeinsam.

Geschichtlicher Exkurs

Ausgehend vom französischen Philosophen und Begründer der Soziologie als Wissenschaft Auguste Comte nahmen Kees Boeke, holländischer Friedensaktivist und Pädagoge und seine Frau Beatrice Cadbury, den Begriff Soziokratie auf und fing 1926 an, mit ihren Schüler*innen gemeinsame Beschlüsse an seiner Schule nach soziokratischen Gesichtspunkten zu treffen. Der Kybernetiker und Elektroingenieur Gerard Endenburg besuchte diese Schule, begeisterte sich für das Herangehen und wendete die Prinzipien im Familienbetrieb an, welchen er übernommen hatte und mit damals bekannten Managementstrategien zu scheitern drohte. Die Kombination aus sozialen Gesichtspunkten und der unbestechlichen Logik der Kybernetik mündete in einem neuartigen System für Management und Führung: der soziokratischen Kreisorganisationsmethode SKM.

Ende des 20. Jahrhunderts gründete Endenburg in Rotterdam eine Führungskräfteakademie. Nachdem hunderte niederländische Firmen nach soziokratischen Prinzipien erfolgreich wirkten, wurden dann auch die ersten internationalen Manager geschult. Über Kanada, die USA und Frankreich erreichte die Soziokratie auch den deutschsprachigen Raum insbesondere durch die Gründung der ersten deutschsprachigen Soziokratiezentren und die Verbreitung durch Barbara Strauch. Unter anderem bei ihr hat auch Anja Ritter gelernt. Seit rund 20 Jahren arbeitet Anja Ritter erfolgreich mit unterschiedlichsten Teams, Organisationen und Unternehmen, wenn es um Partizipation geht. Dabei betont sie immer wieder, Soziokratie ist weder ein Trend noch eine Modeerscheinung. Soziokratie ist Methode und Organisationsform, die Zeit braucht, zum Lernen und zum Implementieren, denn sie erzeugt eine - manchmal neue - Haltung. Doch wenn man sich dazu entschließt, kann sie Vieles positiv beeinflussen, zum Beispiel:

  • Mitarbeitende bringen ihre Talente besser ein
  • Fluktuation nimmt ab
  • Engagement, Verantwortung und die Freude von Mitarbeitenden steigen
  • Das Betriebsklima verbessert sich
  • Sogenanntes „Inseldenken“ hört auf
  • Veränderungen werden als Chance und Gelegenheit wahrgenommen
  • Die Unternehmensleitung, sowie ihre Führungskräfte werden entlastet

Und, wen das immer noch nicht überzeugt, Hardfact Nr. 1:

  • die Effektivität steigt um ein Drittel.

Interview mit Anja Ritter, Soziokratieexpertin

Nur vier Spielregeln können 30 Prozent höhere Effektivität bewirken?! Zauberei? “Accio lumos!” reicht wahrscheinlich nicht, so wie bei Harry Potter.

A.R.: Nein, Soziokratie ist keine Zauberei, es ist ein Prozess mit zauberhaften Effekten, wenn ich im Sprachbild bleiben möchte.

In unseren Seminaren erleben Führungskräfte, wie die vier Spielregeln der Soziokratie funktionieren. Das ist auch ganz wichtig. Die Theorie allein genügt nicht. Man muss die Dynamik fühlen, die entsteht, wenn wirklich alle, die an einem Prozess beteiligt sind, in kreativem und gleichzeitig strukturierten Rahmen ihre Meinungen äußern und eine gemeinsame Lösung entwickeln und nicht nur diejenigen, die sowieso immer ihre Meinung haben.

Gibt es ein Grundprinzip und kann man das in wenigen Sätzen für Laien erklären?

A.R.: Soziokratie bzw. die SKM ist eine umfassende Organisationsform, die Partizipation in ihren Strukturen mit vier Prinzipien verankert. Das erste Basisprinzip besagt: wir entscheiden gemeinsam im Konsent unsere Grundsätze, und zwar dort, wo wir auch gemeinsam davon betroffen sind. Konsent bedeutet das Recht, seinen Einwand zu begründen und nicht übergangen zu werden.  Entscheidungsmeetings, sogenannte Kreisversammlungen, werden moderiert. Es wird nicht wild drauflos diskutiert. Nicht der Lauteste oder diejenige mit dem letzten Wort setzen sich durch, sondern die gemeinschaftlich klügste Argumentation.

In welchen Situationen hat es sich bewährt, soziokratisch vorzugehen?

A.R.: Überall dort, wo Entscheidungen getroffen werden und nicht nur eine Person davon betroffen ist, egal, ob in der Wirtschaft, in der Politik oder in der Familie. Spricht überhaupt etwas gegen gemeinsam getroffene Entscheidungen?

In welchen Unternehmen kann man es einsetzen?

A.R.: In allen. Es gibt Parlamente, die so funktionieren, Vereine, KMU und Familienbetriebe. Soziokratie schließt keine Organisation aus. Wichtig ist, dass die Geschäftsleitung die Soziokratie mitträgt, vorlebt und eine klare Entscheidung für die Einführung trifft. Das geschieht nach einer Phase des Kennenlernens und auch Erforschens. Und die Bereitschaft, Zeit und Geld für die Schulung der Mitarbeitenden in die Hand zu nehmen, damit die Einführung ohne Irrwege gelingt.

Woran merke ich, dass es gut für meine Firma wäre?

A.R.: Wenn alles gut läuft, du keine Probleme in deinem Betrieb hast, nirgendwo der Schuh drückt, brauchst du Soziokratie nicht. Denn mit Soziokratie wollen wir Dinge verbessern, Lösungen finden. Stellst du allerdings fest, dass es Gräben zwischen Teams, Entscheidungsstau bei Führungskräften, fehlendes Prozessverständnis bei Mitarbeitenden, mangelnde Arbeitgeberattraktivität, Unklarheiten bei Aufgabenpaketen, wenig Transparenz bei Entscheidungen, regelmäßig Missverständnisse, zeitverschwendende Meetings, unzureichende Wirtschaftlichkeit, Mitarbeitende, die wenig Verantwortung übernehmen, u.v.m. gibt, kann dir bzw. deinem Unternehmen Soziokratie helfen, gegenzusteuern.

Wie kann ich Soziokratie testen, bevor ich den ganzen Laden umkremple?

A.R.: Am besten kannst du Soziokratie in einem Seminar kennenlernen, denn da erlebst du selbst praktisch, wie diese Prinzipien wirken. Dann merkst du auch, ob diese Art zu arbeiten, zu entscheiden und ein Team oder eine Abteilung oder ein ganzes Unternehmen zu strukturieren auch ein Weg für dich ist. Und wenn ja, dann kommt Schritt für Schritt die sorgsam begleitete Einführung in dem Tempo und in den Bereichen, wie es deine Organisation bzw. du und deine Mitarbeitenden umsetzen können.

Wie lange dauert ein solcher Prozess?

A.R.: In einem Unternehmen mit 150 bis 200 Mitarbeitern dauert dieser Prozess etwa eineinhalb bis drei Jahre. Es beginnt mit einer gemeinsamen Analyse und Standortbestimmung im Unternehmen. Erst nach einer ausreichenden Phase des Soziokratie-Kennenlernens entscheidet die Geschäftsleitung, ob und in welchem Umfang Soziokratie etabliert wird. Alle Mitarbeitenden werden geschult, denn nur, wenn ein ausreichendes Verständnis für die Anwendung und das Zusammenspiel der Prinzipien und Funktionen im Unternehmen vorhanden ist, gelingt es, die großartige Wirkung voll zu entfalten und nachhaltig zu verankern.

Was gewinne ich, wenn ich Soziokratie in meinem Unternehmen lebe?

A.R.: Ich gewinne motivierte Mitarbeiter, die gern zur Arbeit kommen und Verantwortung für sich, andere und den Erfolg des Unternehmens übernehmen. Dadurch wird die Organisation als Ganzes produktiver. Hierarchien verändern sich, Leitung und Ausführung sind verbunden und gleichwertig. Die Lernkurve steigt, frische Ideen haben einen guten Nährboden und bei den gegenwärtig turbulenten Zeiten werden Veränderungen, die zwangsläufig auf uns zukommen, nicht als Bedrohung wahrgenommen. Als Chef oder Führungskraft hast du dadurch weniger Last zu tragen. Dein Team trägt dich mit.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Rosa Hauch.

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Anja Ritter | Soziokratie unternehmen.

Mag. Anja Ritter
Certified Sociocracy Expert CSE
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